Das Entwicklerstudio Supermassive Games ist vor allem durch Horror-Thriller wie Until Dawn bekannt. Mit The Dark Pictures hat das Studio im Sommer 2019 ihre sogenannte Anthology Serie gegründet. Eine dreiteilige Spielreihe, die aus atmosphärischen Horror-Spielen besteht und Man of Medan seinen Anfang nahm. Nach knapp gut einem Jahr steht uns nun der zweite Teil, Little Hope, ins Haus. Die Messlatte, gemessen am ersten Teil, ist natürlich hoch. Auch das neue The Dark Pictures Spiel basiert dabei auf wahren Begebenheiten. Aber reichen diese Bezüge ins reale Leben, um einen stimmungsvollen zweiten Teil von The Dark Pictures zu veröffentlichen? Wir prüfen nun für euch die PS4 Fassung auf Herz und Nieren.

Story

Man of Medan, der Vorgänger von Little Hope, basierte auch auf Bezügen in die reale Welt. Hier wurde eine Gruppe von Leuten bei einem Tauchgang zu einem verschollenen U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg in einen Horror verwickelt, der auf dem Schiff Ourang Medan stattfand. Little Hope´s historische Grundlage sind die berühmten Hexenprozesse von Salem. Hier wurden reihenweise Hexen und vermeidliche Hexen verbrannt und so reihenweise Menschen umgebracht. Dieses dunkle Kapitel menschlicher Geschichte liefert den Grundstoff für die Handlung von The Dark Pictures: Little Hope. Dabei beeinflussen natürlich eure Entscheidungen, die ihr im Spiel trefft, sämtliche kommende Events im Spiel. Dazu später mehr. In Little Hope verschlägt es euch als eine Gruppe von Studenten mitsamt eurem Professor in das Städtchen Little Hope. Das aber eher unfreiwillig, denn euer Bus kommt zum Liegen und deswegen sucht die Gruppe in Little Hope nach Hilfe. Aber was sie dort bekommt, ist keine Hilfe, sondern ein Abenteuer um Leben und Tod. Und hier wird der Bezug zu den eben genannten Hexenprozessen von Salem hergestellt. Das Spiel ist zeitlich nicht direkt in dieser Zeit angesiedelt, sondern stellt immer wieder gekonnte Bezüge zu diesen Ereignissen her. Wir möchten an dieser Stelle natürlich nicht mehr als notwendig euch über die Handlung verraten. Das liegt nicht daran, weil wir euch nicht gut über das Spiel aufklären wollen. Das liegt, sondern eher daran, weil Little Hope mit einer sehr dichten, düsteren und stimmungsvollen Geschichte aufwartet. Und, genau wie bei Man of Medan, ist auch wieder der geheimnisvolle Kurator mit an Bord. Auch in Little Hope geht eigentlich nicht so wirklich daraus hervor, was es mit ihm auf sich hat. Eure Entscheidungen, die ihr im Spiel trefft, werden von ihm also noch mal aufgenommen und kommentiert. Fehlentscheidungen und deren Konsequenzen daraus inklusive. The Dark Pictures: Little Hope bietet euch die Möglichkeit, gemeinsam das Abenteuer in Little Hope erleben zu können. Einerseits könnt ihr im Mehrspieler-Modus den Controller reihum geben. Das macht Spaß, ist natürlich aber deutlich gemächlicher, als im Multiplayer-Modus fürs Internet einen gemeinsamen Mitspieler zu finden. So durchstreift ihr gemeinsam die Kampagne. Das hat den Vorteil, dass so verschiedene Handlungskonstrukte entstehen, die ihr Solo nie sehen werdet. Denn durch die andere Person, also euren Mitspieler, entstehen aus einem Gespräch ganz andere Richtungen, die sich dann widerrum in der Geschichte spiegeln. Die Story von Little Hope überzeugt enorm gut und ist sehr dicht geschrieben. Und wir können euch versprechen, euch rutscht mehr als nur einmal das Herz in die Hose, Jump Scares sei Dank.

Gameplay

Ihr steuert euren Charakter in der 3rd-Person Ansicht, also schaut ihm oder ihr über die Schulter. Ihr lauft durch Little Hope und könnt den jeweiligen Bereich erkunden. Das ist auch nötig, denn genau das wird von euch im Spiel erwartet. Neben dem Erkunden der Spielwelt, Aufgaben inklusive, stehen eine Menge Dialoge auf dem Plan. Innerhalb dieser Dialoge habt ihr mehrere Auswahlmöglichkeiten, die sich dann auf den restlichen Spielverlauf auswirken. Es ist daher kein Wunder, dass The Dark Pictures: Little Hope auf mehrere Enden setzt, die ihr über die jeweiligen Entscheidungen innerhalb des Spieles erspielen könnt. Jeder Spieler bringt seinen eigenen Stil mit rein, daher werdet ihr Entscheidungen treffen, die wahrscheinlich euer Freund, euer Bruder oder eure Schwester, so nicht treffen würde. Gerade das macht den enormen Reiz an Little Hope aus. Denn so erschafft ihr mit euren Entscheidungen eure ganz eigene Spielwelt, der rote Faden in der Geschichte spinnt sich anhand eurer Entscheidungen innerhalb der Dialoge. Ihr entscheidet über Leben und Tod der Gruppe. Ob die ganze Gruppe stirbt und daher Ende X erscheint oder ob ihr die gesamte Gruppe, jeden für jeden, rettet und Ende Y, A oder B erscheint, liegt komplett in euren Händen. Das macht im Gameplay den enormen Reiz von Little Hope aus. Dialoge und Durchstreifen der Areale ist dabei natürlich nicht das Einzige, was auf euch wartet. So müsst ihr auch durch kleinere Minispiele oder Quick Time Events gegen Gegner kämpfen. Dabei wird Little Hope aber nie zu einem Hau drauf Spiel, sondern bindet solche Kampfelemente gut und authentisch in den Spielfluss ein. Das Gameplay wirkt so aus einem Guss gefertigt. Wie schon beim Vorgänger Man of Medan, kommen auch in Little Hope namhafte Schauspieler vor. Der Hollywood Schauspieler Will Poulter verkörpert einen der Hauptdarsteller. Via Motion Captureing wurden die Schauspieler lebensnahe und realistisch ins Spiel eingebaut und sämtliche Gesichtszüge wirken dabei sehr authentisch. Somit besitzt The Dark Pictures: Little Hope alleine schon aufgrund seines hochkarätigen Line-ups an Darstellern ein Einstellungsmerkmal. Das Gameplay steuert sich deutlich flüssig als es Man of Medan, dem Vorgänger der Fall war. Die Charaktere steuern sich daher flüssiger und somit die Steuerung des Spiels flüssig von der Hand und reagieren vor allem darauf, wo sie hingehen sollen. Little Hope ist von seiner Geschichte, den Wendungen und den Charakteren getrieben. Das merkt ihr auch im Gameplay. Denn die verschiedenen Elemente sorgen dafür, dass aber vor allem in den Cutscenes und in den Dialogen die Geschichte weitererzählt wird.

Grafik

Durch die hochwertigen Motion Captureing Gesichter und den düsteren Look, trägt die Grafik in Little Hope zur gruseligen und düsteren Stimmung bei. Die Texturen, auch wenn spärlich beleuchtet, sind sehr gut und wissen zu überzeugen.

Sound

Die soliden deutschen Synchronsprecher, englische Sprachausgabe ist auch verfügbar, gepaart mit der Soundkulisse und der Grafik runden die düstere Stimmung gekonnt ab. Die Technik gepaart mit dem Gameplay und der Story zieht euch die Spieldauer über in den Bann, hieran hat die Technik einen nicht geringen Einfluss.

Spielspaß

The Dark Pictures: Little Hope überzeugt durch seine dichte, mysteriöse und spannende Geschichte. Verschiedene Enden, die sich aus euren Entscheidungen ergeben, gepaart mit dem Koop-Modus ergeben Spielspaß und Dauermotivation für Stunden. Nicht zuletzt, weil natürlich die Technik dieses Flair noch zusätzlich untermauert. Die Verwendung namhafter Schauspieler setzt dieser dichten Stimmung aufs Neue die Krone auf. Somit wird aus Little Hope ein enorm fesselndes Abenteuer, von der ersten bis zur letzten Sekunde.

 

Unsere Wertung

Fazit:  Mit Little Hope bescheren uns Supermassive Games einen sehr stimmungsvollen Horror-Thriller, der mit namhaften Schauspielern, einer sehr guten Technik und einer enorm spannenden und wendungsreichen Story überzeugen kann. Durch seine Entscheidungen erlebt jeder Spieler sein eigenes Abenteuer in Little Hope, kein Abenteuer ist wie das Andere. Little Hope ist einer stimmungsvollsten und spannendesten Horror-Thriller in 2020 und ein würdiger zweiter Teil der The Dark Pictures Reihe.

Story: 9 von 10 erreichbaren Punkten.

Gameplay: 8 von 10 erreichbaren Punkten.

Grafik: 8  von 10 erreichbaren Punkten.

Sound: 8 von 10 erreichbaren Punkten.

Spielspaß: 9 von 10 erreichbaren Punkten.

*Dieser Bewertungspunkt ist rein subjektiv und fließt nicht mit in die Gesamtwertung ein.

Die Gesamtwertung errechnen wir, durch Addition der einzelnen Teilpunkte und teilen die Zahl dann durch 4, da wir in Vier verschiedenen Bereichen testen und Punkte demnach verteilen.

Anmerkung: Für 2021 ist bereits der dritte Teil von The Dark Pictures angekündigt

Kurzinfos

Name: The Dark Pictures: Little Hope

Systeme: PS4, Xbox One, PC

Releasedatum: 31.10.2020

Preis bei Release: 39,99 €

Entwickler:  Supermassive Games

Publisher: Bandai Namco Entertainment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.