Manchmal entstehen Spiele ohne irgendeine Vorlage. Dann widerrum entstehen manchmal Spiele, die Romane als Basis haben. So ähnlich ist es bei der Metro-Reihe geschehen. Denn die Metro-Reihe basiert auf den Romanen von Dmitry Glukhovsky. Nachdem der Ursprungsroman Nachfolger gefunden hat und auch mit Metro Last Light und Metro 2033 die Reihe in Videospielform umgesetzt wurde, steht mit Exodus nun der dritte Serienteil im postapokalyptischen Russland in den Startlöchern. Unser Test der PS4 Fassung verrät euch, ob wir uns beim Anblick des Spiels zurück in unsere Höhlen lieber verziehen oder ob wir gerne einen Ausflug in die Aussenwelt mit Metro Exodus riskieren.

 

Story

Protagonist von Metro Exodus ist der Held aus den bisherigen Serienteilen – Artjom. Die Welt ist verstrahlt und obwohl die gängie Meinung sei, draußen gibt es kein Leben mehr und die einzigen lebenden Wesen sind im Untergrund zu finden, glaubt Artjom dennoch an ein Wunder. Er glaubt daran, dass es irgendwo noch einen Platz gibt, auf dem man ohne Angst vor Verstrahlung und ohne Tod leben kann. Und wie es das Schicksal manchmal so will, stellt sich früher oder später die Chance für Artjom und Gefährten ein, eben die Welt um sich erneut und auf eine andere Art und Weise zu bereisen. Ein Zug fährt durch die Stadt, es gibt noch Leben. Und als unser Held mit seinen Leuten und Frau den Zug klaut, um der Hoffnung entgegen zu reisen, ist dies der Startschuss für ein Abenteuer, aufgeteilt auf mehrere spannende Kapitel. Mehr wollen wir euch an dieser Stelle nicht im Detail zur Story verraten. Das liegt vor allem daran, weil wir hautnah mit Artjom mitfühlen, wie es wohl sein muss, in solch einer entlegenen Welt zwischen Hoffnung, Angst und Tod, sich an einen Strohhalm zu klammern. Die Metro-Reihe hat uns stets eine Spielwelt präsentiert, die enorm glaubwürdig erscheint und uns hautnah in die Spielewelt zieht, um zu fühlen, wie sich eine Apokalpyse wirklich anfühlt. Und die Geschichte von Metro Exodus ist hier keine Ausnahme. Vielmehr lebt die Geschichte, die uns in mehreren Kapiteln durch sehr abwechselungsreiche Gebiete führt, von spannenden Wendungen und nicht zuletzt einer glaubhaft erzählten Story, die sehr gut inszeniert wurde. Metro Exodus ist ein reines Singleplayer-Game.

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Gameplay

Das neue Metro ist, genau wie seine Vorgänger, ein Ego-Shooter. Ihr steuert Artjom also aus der Ego-Perspektive durch die verzweifelte und einsame Spielwelt. Der Aufhänger der Geschichte ist zugleich auch ein Element in Sachen Gameplay, welches dem Spiel einen abwechselungsreichen roten Faden verleiht. Das liegt vor allem daran, weil euch die unterschiedlichen Kapitel durch die enorm große Spielwelt schicken und ihr dabei bestaunen könnt, wie authentisch und realistisch die Spielwelt gestaltet wurde. Das bedeutet also, zwar erlebt ihr in jedem Gebiet ein Abenteuer für sich, dennoch ist ein sinnvoller roter Faden so eingefügt worden, dass die Geschichte zu keiner unglaubwürdig oder deplatziert wirkt. Und die Gebiete, die ihr mit eurer Gruppe bereist, sind sehr vielseitig geworden. Gebiete, bei denen sich die Natur ihr Gebiet zurückholt oder Gegenden, die sonnendurchflutet sind, stehen auf der Tagesordnung. So bekommt ihr vor allem ein vielseitigeres Gefühl der Apokalpyse vermittelt, denn ihr lernt auf unterschiedliche Art und Weise das Leben kennen, das vorher in den jeweiligen Orten dort geherrscht hat. Und wir selber haben uns beim Testen, das werdet ihr sicherlich ähnlich machen, beim Stöbern in der Spielwelt ertappt. Denn abseits der eigentlichen Hauptpfade, laden die abgelegenen Areale zum Erkunden ein. Das liegt nicht nur an euren begrenzten Vorräten, sondern auch an der schier riesigen Konstruktion der jeweiligen Areale, die eben sehr genau die Einsamkeit in der Spielwelt darstellen. Zwar ist Exodus kein Open-World, genug Freiraum zum Erkunden der Spielwelt, bekommt ihr in jedem Fall aber eingeräumt. Wir haben es gerade kurz angeschnitten, eure Vorräte sind begrenzt. Und hier wird das altbekannte System aus den vorherigen Metro-Teilen weiter fortgeführt. So müsst ihr dafür Sorge tragen, dass z.B. der Filter eurer Maske nicht ausgeht. An den zahlreichen Werkbänken, könnt ihr eure Waffen verbessern. Waffen? Wofür? Die Verstrahlung hat leider dafür gesorgt, dass uns eben nicht nur feinselig gesinnte Menschen begegnen, sondern auch allerhand ekelhafte Kreaturen. Und so bleibt euch keine Wahl, als eure Waffen zu benutzen, um euer Leben zu schützen. Munition ist dabei, das überrascht nicht, rar gesät und lädt definitiv zu keiner Verschwendung ein. Denn ihr müsst sehr gut mit euren Waffen, mitführen könnt ihr aktiv 2 Waffen plus eurer Extra-Waffe, überlegen, wo lohnt ein Feuergefecht. Egal ob gegen Mutationen oder gegen Menschen, die Muntion ist kostbar. Metro Exodus wartet in Sachen Gameplay nicht nur mit einer authentischen Spielwelt auf, sondern bringt euch auch sehr gut den Aspekt des Überlebens sehr glaubhaft nahe. Filter für die Maske, Gesundheit finden und Munition sammeln. Ihr als Artjom müsst zahlreiche Faktoren im Gameplay bedenken, sodass ihr stets gut und vorsichtig handeln müsst. Denn villeicht sorgt euer aktuelles Feuergefecht dafür, dass ihr 5 Minuten später nicht genug Gesundheit oder Munition besitzt, um lebendig daraus hervor zu gehen? Taktik ist das A und O im Spiel und Überleben ist nicht einfach nur ein „Nice-to-have“, sondern essentiell wichtig dafür, dass ihr erfolgreich die große Spielewelt von Metro Exodus erkundet, bereist und die zahlreichen Aufgaben löst. Zwischen den jeweiligen Abschnitten, seid ihr am Bord des Zuges unterwegs, der Aurora, und fahrt zum nächsten Abschnitt, zur nächsten Location. Die Charaktere in eurem Team, die unterschiedlicher manchmal nicht sein könnten, vermitteln ebenfalls sehr glaubwürdig das Szenario der Apokalypse. Denn ihr erfahrt in dem Sinne aus erster Hand, wie sich die Spielwelt anfühlt und welche Gesichter das Leid hat. Von eher gemächlieren Abschnitten, bis hin zu sehr offenen Gegenden, ist Metro Exodus auch in seinen Spielelementen innerhalb der Welt abwechselungsreich gestaltet worden. Die Steuerung geht flüssig von der Hand.

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Grafik

Vielfältige Areale bedeuten eben auch, vielfältige Landschaften. Und hier überzeugt Metro Exodus auf ganzer Linie. Malerische Gegenden, starke Lichteffekte und sehr stimmige Texturen, vermitteln sehr detailtreu, wie die Apokalypse und Artjoms Kampf ums Überleben auch optisch aussieht. Beeindruckend. Zwar ruckelt das Spiel gelegentlich, dies fällt jedoch eher weniger ins Gewicht.

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Sound

Auch die Audioseite weiß zu überzeugen. Zwar sind die Synchronsprecher teilweise sehr gut und teilweise etwas gemächlich, dennoch wartet auch die Soundkulisse von Metro Exodus mit Qualität auf. Ein stimmiger und zur Spielwelt passender Soundtrack und stimmige Effekte, runden das akutische Gesamtbild sehr gut ab. Technisch ist Metro Exodus, bis auf kleinere Mängel, sehr gut geworden.

Spielspaß

Metro Exodus weiß, den Spieler zu fesseln. Die Geschichte vermittelt sehr viel Dichte und lässt uns als Spieler selber hautnah die „tote“ Spielwelt kennenlernen. Glaubhafte Charaktere erzeugen emotionalen Bezug und vor allem die enorm großen und vielfältigen Areale, wissen zu begeistern. Das Suchen von Gegenständen, die uns das Überleben in der verstrahlten Spielwelt erst ermöglichen, macht enorm viel Spaß und man fühlt den gnadenlosen Kampf ums Überleben am eigenen Leib. Der Stoff, aus dem ein spannendes Abenteuer in mehreren Kapiteln gemacht ist. Das alles erzeugt Spielspaß für Stunden.

Unsere Wertung
Dämonen uaaand allerhand

Fazit: Metro Exodus überzeugt auf voller Linie. Das liegt an zahlreichen Faktoren. Die wirklich sehr qualitative Technik sorgt für einen Schmaus für Augen und Ohren, vor allem in den weitläufigen Arealen zeigt sich dies. Die stimmige und spannende Story, gepaart mit zahlreichen Wendungen in einer Spielwelt, die euch zum Überleben zwingt, fesseln für Stunden. Die Spielwelt lädt zum Erkunden ein und man möchte bis zur letzten Sekunde wissen, wo die Reise in Metro Exodus von Artjom und seinen Gefährten endet. Top.

Story: 9 von 10 erreichbaren Punkten.

Gameplay: 8 von 10 erreichbaren Punkten.

Grafik: 8 von 10 erreichbaren Punkten.

Sound: 9 von 10 erreichbaren Punkten.

Spielspaß: 9 von 10 erreichbaren Punkten. *

*Dieser Bewertungspunkt ist rein subjektiv und fließt nicht mit in die Gesamtwertung ein.

Die Gesamtwertung errechnen wir, durch Addition der einzelnen Teilpunkte und teilen die Zahl dann durch 4, da wir in Vier verschiedenen Bereichen testen und Punkte demnach verteilen.

Anmerkung: Der Autor der Metro-Romane war nicht in die Entwicklung des Spiels involviert.

9-von-10-kopie

Kurzinfos

Name: Metro Exodus

Systeme: PS4, Xbox One, PC

Releasedatum: 15.02.2019

Preis bei Release: 59,99 €

Entwickler: 4A Games

Publisher:  Deep Silver

Publisher: Capcom

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