In Sachen Videospielen gibt es im Grunde zwei Varianten. Die einen Titel werden angekündigt, erscheinen und sind dann, wie geplant erschienen. Dann gibt es aber auch Titel, die werden angekündigt und sorgen alleine durch Verschiebungen für einen kleinen Mythos vor dem eigentlichen Launch. So oder so ähnlich war es beim stimmungsvollen Thriller-Adventure Alan Wake der Fall. Nach Verschiebungen erschien der Titel dann schlussendlich für die Xbox 360 vor knapp 11 Jahren. Entwickler Remedy weiß auch heute noch um die Beliebtheit des Abenteuers rund um den Auto Alan Wake. Und so steht uns nun der Release des Remaster für u.a die Playstation 5 im Hause. Wir stürzen uns für euch ins neue „alte“ Adventure und verraten euch, ob Alan Wake mit Stolz im Jahr 2021 den Namen Remaster tragen kann.

 

Story

Stephen King schrieb einmal: ‚Albträume existieren außerhalb der Logik.‘ Es bringt wenig sie erklären zu wollen. Sie sind die Antithese der Poesie, der Angst. In Horror Geschichten fragt das Opfer ständig nach dem ‚Warum?‘, aber es gibt keine Erklärung und es sollte auch keine geben. Das ungelöste Geheimnis verfolgt uns am längsten und ist das woran wir uns schließlich erinnern. Mein Name ist Alan Wake, ich bin Schriftsteller.

Wir eröffnen ausnahmsweise diesen Testbericht mit einem Zitat. Ein Zitat, welches sowohl im Original, als auch im Remaster von Alan Wake zu finden sind als Opening. Und, das überrascht nicht, hat sich die ursprüngliche Story im Vergleich zum Original nicht geändert. Das ist auch gut so, denn wir wollen genau diese düstere und Fragen aufwerfende Geschichte, die uns bereits im ursprünglichen Alan Wake erwartete. Und wir wollen an dieser Stelle natürlich nicht die Story spoilern. Trotzdem wollen wir aber diese tiefgründige, verwunderliche und zugleich spannende Story anreißen, um vor allen Neulingen in der Welt des Alan Wake einen Zugang zu ermöglichen. Der Schriftsteller Alan Wake leidet unter einer Krankheit, die viele Autoren heimsucht: Eine kreative Blockade. Mit seiner Frau will er dieser Blockade entrinnen und so begeben sich die Beiden auf einen Trip in das verschlafene Städtchen Bright Falls. Aber schnell stellt sich heraus, diese Blockade wird zu einem schwarzen Loch, welches unausweichlich scheint. Denn seine Frau verschwindet und schnell zieht ihn, sprichwörtlich, in den Bann. Der Startschuss für ein bis zur letzten Sekunde spannendes und aufwühlendes Abenteuer. Mehr wollen wir euch zur Story nicht spoilern. Egal ob ihr Alan Wake bereits gespielt habt oder den Titel noch gar nicht kennt, die Geschichte ist stimmungsvoll und es wert, (erneut) gespielt zu werden. Neu im Remaster sind die beiden veröffentlichten Add-ons und ein neuer Audiokommentar von Sam Lake, Entwickler des Spiels.

Gameplay

Grundsätzlich hat sich auch in Sachen Gameplay nichts an Alan Wake geändert. Auch das überrascht nicht, denn gerade die Symbiose aus Gameplay und Story ist es, die bereits vor 11 Jahren den Reiz von Alan Wake ausmacht. Ihr steuert Alan Wake aus einer Third-Person Perspektive, ihr guckt ihm über die Schulter, könnt jedoch auch die Perspektive drehen lassen. Die Areale sind relativ linear und erlauben nur wenig Freigang abseits des eigentlichen Hauptpfades. Wir haben beim Punkt Story mit dem Wort schwarzes Loch hantiert. Und schwarzes Loch oder vielmehr Schatten, ist bei Alan Wake wörtlich zu nehmen. Denn ihr werdet das gesamte Spiel über Schattenwesen als eure Gegner haben. Reine Schussgewalt hilft da nicht viel, mit euren Waffen werdet ihr diese Fieslinge nicht einfach besiegen. Und womit besiegt man Schatten? Genau, mit Licht. Und so seid ihr nicht nur mit einer Taschenlampe ausgestattet, um diesen Schatten ihren Schattenschild rauben zu können, sondern auch ab und an erwarten euch kleinere Geschicklichkeitseinlagen. Wenn ihr z. B. auf einen Platz kommt, der mit mehreren Schattenwesen aufwartet, eure Taschenlampe aber den Dienst quittiert, muss ein ausgefallener Generator als Lichtquelle her. Und so müsst ihr den Generator anschalten, während ihr von eben diesen finsteren Genossen gejagt werdet. Das bedeutet Herzklopfen ist vorprogrammiert. Laternen spenden euch ebenfalls Licht als schützender Unterschlupf. Euer Waffenarsenal ist relativ begrenzt, dennoch aber nicht minder schlagfertig. Eure Geheimwaffe ist die Leuchtpistole. Zwar ist Munition dafür begrenzt, logisch bei der Wucht dahinter, aber ein Schuss daraus ist der Rundum-Schlag gegen eure Gegner. In den Arealen sammelt ihr auch Textseiten ein, das treibt die Story voran. Auch wenn Alan Wake und demnach auch die Spielmechanik bereits sprichwörtlich Jahre auf dem Buckel hat, trotzdem spielt sich Alan Wake Remastered relativ aktuell und wirkt zu keiner Zeit altbacken bei Gameplay oder Story. Gerade die düstere und klaustrophobische Stimmung im Gameplay, erzeugt immer ein Gefühl von Anspannung.

Grafik

Bei einem Remaster fällt der Blick auch auf immer auf die Grafik. Denn ein 11 Jahre altes Spiel auf Current-Gen Konsolen zu bringen, kann auch nach hinten losgehen. Aber nicht mit Remedy. So wurde die gesamte Optik aufgehübscht und überarbeitet. So ist die Grafik bis auf einige wenige Texturen Current-Gen Niveau, das zeigt sich besonders imposant in den Momenten, in denen die Sonne einfällt.

Sound

Auch der Sound wurde einer Frischzellenkur unterzogen. Auch die deutsche Synchronstimme von Alan Wake weiß auch heute noch zu begeistern. Insgesamt trägt Alan Wake zurecht den Titel Remastered. So sind Grafik und Sound auf einem technisch sehr guten Niveau.

Spielspaß

Alan Wake Remastered ist genau das, was man unter einem Remastered versteht. Denn das Spiel wurde in seinen Grundzügen nicht verändert, sondern sinnvoll ergänzt und überarbeitet. Durch eben die flüssigere Grafik und die stabilere Bildrate, läuft das Spiel nun flüssiger als im Original. Die Story weiß aber auch heute noch im Jahr 2021 zu begeistern und wirkt nicht altbacken. Zusätzlich dazu wurden mit dem neuen Audiokommentar von Sam Lake und den beiden bisherigen Addons auch kleinere Extras ins Spiel integriert. Gepaart mit dem stimmigen und flüssigen Gameplay, das auch eher verbessert als verändert wurde, erzeugt Alan Wake Remastered Spielspaß und Dauermotivation für Stunden. Und das egal ob ihr das Original Alan Wake bereits durch habt oder komplett neu im Alan Wake Universum seid.

Unsere Wertung

Fazit: Wir sprechen allen Fans von stimmungsvollen Thrillern mit Adventurezügen eine Kaufempfehlung aus. Egal ob ihr Alan Wake bereits kennt oder nicht, der Titel zeigt, wie ein Remaster geht. Bessere und auf aktuelle Standards hin entwickelte Technik gepaart mit der auch heute noch spannenden Story und dem variantenreichen Gameplay, Alan kann es auch im Jahr 2021 oder sollten wir sagen, auf den Current-Gen System erst recht?

Story: 9 von 10 erreichbaren Punkten.

Gameplay: 8 von 10 erreichbaren Punkten.

Grafik: 9  von 10 erreichbaren Punkten.

Sound: 8 von 10 erreichbaren Punkten.

Spielspaß: 9 von 10 erreichbaren Punkten.

*Dieser Bewertungspunkt ist rein subjektiv und fließt nicht mit in die Gesamtwertung ein.

Die Gesamtwertung errechnen wir, durch Addition der einzelnen Teilpunkte und teilen die Zahl dann durch 4, da wir in Vier verschiedenen Bereichen testen und Punkte demnach verteilen.

Anmerkung: Entwickler Remedy ist auch für die Max Payne Reihe verantwortlich.

Kurzinfos

Name: Alan Wake: Remastered

Systeme: PS5, PS4, Xbox Series

Releasedatum:  05.10.2021

Preis bei Release: 39.99 €

Entwickler:  Remedy

Publisher: Epic Games

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